Zur Landesgrenze

Zur Landesgrenze

05.08.2015

  • Místo konání: Harrachov

Näher an die Gipfelgebiete lag die schlesische Herrschaft Schaffgotsch. Die Familie beanspruchte das Land, das schon tief in das bewohnte Gebiet von Harrachov eindrang. Zu den beanspruchten Gebieten gehörten nicht nur das Land nördlich von Bílé Labe über Medvìdín, sondern auch nördlich von Mumlava und Jizera. Die Besitzer vom südlichen Gebirgsvorland haben auf die Akte „Über Grenzen, Gerichte, Grenzstreite und deren Angehörigkeiten im tschechischen Königreich“, die im Jahre 1600 herausgegeben wurde, appeliert. Dieses Dokument platzierte die Grenze hoch zu den Gipfeln. Dabei darf man nicht vergessen, dass zwischen 1269 bis 1742 beide Seiten des Gebirges zum Tschechischen Königreich gehörten.

Start: Seilbahn Delta     
Ziel: Eisenbahnstation Mýtiny    
Länge: 7,8 km
Überhöhung: 280 m
Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer
Kinderwagen: nein
Nutzung Harrabus: ja, zur Seilbahn Delta

Die Grafschaftsgrenzen haben immer die Grenzen der Kirchendiözesen respektiert. Zur Bestätigung des Anspruchs des Adels aus dem südlichen Gebirge kam es im Jahre 1684 bei der Einsegnung der Elbquelle durch Bischof von Hradec Králové. Dies war aber nur eine Geste und erst im Jahre 1710 kam es zur Spezifikation der Grenzen. Die Grafen Harrach bekamen zwar die Wiese Èetova louka nördlich von Spindlermühle, auf der anderen Seite wurde die Familie gezwungen der Familie Schaffgotsch die Berglandzunge zwischen Jizera und Milnice zu überlassen. Der gräfische Förster Sacher machte sich bei der Verschiebung der Grenze bis zur Hälfte der Berglehne Tkacka Gora und damit zur Verschiebung von Milnice verdient. Diese Situation führte zum Konflikt zwischen beiden Familien. Der Familie Schaffgotsch gelang es dem Förster Sacher zu fangen. Der Förster wurde an der unweit gelegenen Burg Chojnik an der anderen Gebirgsseite ins Gefängnis gesteckt. Seiner Familie gelang es trotzdem eine Pfeile und Seil ins Gefängnis zu schmuggeln. Das Seil war aber zu kurz und beim Absturz brach sich der Förster das Bein. Trotzdem gelang es ihm mit Hilfe seiner Freunde zur Grafschaft der Familie Harrach zurückzukehren. Der Graf dachte, dass er sich mit einem gebrochenen Bein nur schwer bewegen kann und deshalb gab er ein Versprechen. Der Förster kann so großes Gebiet behalten, das er in einer Stunde herumgehen kann. Seine Söhne haben ihm aber geholfen und die Familie Sacher bekam so den ganzen Hang Soudní stráò…
Obwohl die Grenze so neu deffiniert wurde, gab es für Harrachov keine Möglichkeit auf dem eigenen Gebiet Zutritt zur Eisenbahn zu erlangen, denn die Eisenbahnstation Harrachsdorf-Neuwelt befand sich auf dem deutschen und später auf dem polnischen Gebiet und für einen Besuch müsste man einen Passierschein haben. Die näherste Eisenbahnstation blieb für lange Zeit im benachbarten Koøenov. Erst nach dem II. Weltkrieg kam es zum Wechsel der Gebiete mit Polen und Harrachov bekam die Umgebung von Mýtiny und endlich eine eigene Eisenbahnstation. Und dabei auch eine deffinitive Landesgrenze, zu der Sie heute langsam kommen werden.

 

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