Zu den Sprungschanzen

Zu den Sprungschanzen

05.08.2015

  • Místo konání: Harrachov

Während der Weltmeisterschaft in der Hohen Tatra in der Slowakei haben die Vertreter dieser Staaten nach und nach mehrere Kandidaten ausgeschieden. Laut Vorschlag des DDR-Vertreters wurde über den Bau der Sprunschanze in der damaligen Tschechoslowakei entschieden.

Start: Seilbahn Delta /Seilbahn Alfa
Ziel: Seilbahn Alfa/Seilbahn Delta
Länge: 2,8 km
Überhöhung: 128 m
Schwierigkeitsgrad: mittel
Kinderwagen: nein
Nutzung Harrabus:  Ja, zur Seilbahn Alfa

Die Wahl fiel zuerst auf die Hohe Tatra in der Slowakei. Kurz darauf kam der Vorschlag die Skiflugschanze in Spindlermühle, am Hang von Stoh zu bauen. Die professionelle Forstszene hatte damals grundlegende Bemerkungen, die gegen den Bau sprachen und auch die entstehende Konzeption des Skizentrums passte hier einfach nicht. Gerade aus diesem Grund wurde diese Idee von keinem entsprechenden Sponsor unterstützt. Und diese Tatsache bezeichnete man einfach im einheitlichen System der sozialistischen Planung als ein Muss. Nach einer Mahnung von FIS haben sich die Vertreter des Skiverbundes entschieden das damalige Bezirk-Volkskomitee zu treffen. Nach deisem Treffen kam es endlich zu einem passenden Angebot.
Der erste Vorschlag fiel auf die sog. „Schlucht“ der grauen Wasserrinne am Hang von Plešivec. Diese Lokalität kam aber wegen der Zugänglichkeit nicht in Frage. Ähnlicherweise wurde auch die Lokalität am Lesní zátiší abgelehnt. Von allein aus bat sich weiter die schwarze Piste in Rýžovištì an, allerdings gab es hier keine Möglichkeit am Auslauf-Platz das nötige Background zu erbauen. Im Bezug auf die Flächennutzungsplanung, die damals den Zugang zur Bearbeitung von Raumordnungsplänen bestimmte, wurde die Realisation unweit der schon bestehenden Skisprungschanzen empfohlen. Das Sportareal wurde zwischen der blauen Abfahrtspiste und Jelení kameny als Ort der Entstehung von Langlaufloipen definiert.
Die Realisation wurde von einer spezialisierten Organisation ÈO ÈSTV (tschechische Organisation des Tschechoslowakischen Verbundes für Sportunterricht) vorbereitet. Das Projekt wurde dann von der Firma Stavoprojekt in Liberec ausgearbeitet. Die Schanzenkurve wurde aufgrund der damaligen Erkenntnisse mit Hilfe der Computertechnik von einem Fachmann aus der Schweiz designiert. Die rasante Entwicklung der benutzten Ausstattung und Sprungtechnik bestätigte jedoch das gewünschte Profil nicht und gleich am Anfang gab diese Tatsache der Flugschanze ein grundlegendes Problem. Damit die Rekordentfernungen erreicht werden konnten, müsste man unangemessene Anlaufgeschwindigkeit aufbringen und das würde zu viel Flughöhe bedeuten.
Mit den Strapazen bei dem Aufbau der Sprungschanze und damit verbundenen Erdarbeiten setzte sich am besten die Firma Ingstav Brno auseinander. Eine völlig einzigartige Lösung erforderte z.B. den Bau des Anlaufturmes. Die dafür nötige Multimillionen-Investition eine Anfahrtskomunikation für einen der größten und verfügbaren Kräne zu bauen, wurde durch eine andere Idee ersetzt. Eine ungewöhnliche Nutzung des Forstseilsystems für die Beförderung des Materials wurde von einem örtlichen technischen Alleskönner angeboten und auch realisiert.
Dies und vieles mehr einschließlich der Bemühungen vieler Skifans ermöglichte im Jahre 1980 die erste Skiflugwoche zu organisieren. Zuerst gab es Probleme mit der nötigen Regulierung des Profils und mit dem Wind, dem der bestehende Wald in Wege stand. Erst dann wurde die Skiflugschanze K180 zur Dominante von Harrachov, wo viele wichtige Veranstaltungen stattfinden.
Die Skiflugschanze erforderte selbstverständlich auch einige weitere Änderungen. Dank der Gegenwindvorkehrungen und moderner Beleuchtung ermöglicht die Skiflugschanze sichere Sprünge und das Areal gehört zu den einzigartigen Sportzentren in Tschechien. Die Weltmeisterschaften in Skispringen finden hier öfter statt, als z.B. die in der Tschechischen Republik veranstalteten Eishockey-Weltmeisterschaften.

 

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