Langlaufloipen von Harrachov

Langlaufloipen von Harrachov

05.08.2015

  • Místo konání: Harrachov

Neben dem Skiläufer Rosler-Oøovský aus Prag und dem Lehrer Buchar aus Štìpanice, gehörte Jan Harrach zu den ersten Pionieren des tschechischen Skilaufens. Die „gebogenen Bretter“ wurden zuerst von dem Forstpersonal benutzt. Es war nötig diesen Menschen die Bewegung in verschneiten Bergen zu erleichtern.

Start: Seilbahn Delta
Ziel: Seilbahn Delta
Länge: 15 km
Überhöhung: 220 m
Schwierigkeitsgrad: mittel bis schwer
Kinderwagen: Ja, teilweise
Nutzung Harrabus: nein

Es ist also kein Wunder, dass der erste Riesengebirg´s Skiklub in der Grafenstadt Jilemnice gegründet wurde. Das organisierte Skilaufen kam dann nach und nach höher in die Berge. Im 1908 wurden in Harrachov ein tschechischer und auch ein deutscher Skiklub gegründet. In dieser Zeit gehörte Harrachov schon zu den wichtigen Orten, wo viele Skiwettkämpfe stattgefunden haben. Es gab schon die ersten Versuche der mutigen Sportler die aus Schnee gebauten Sprungschanzen zu überwinden.
Der Langlauf und organisiertes Skilaufen überhaupt wurde wie das übliche Leben in Harrachov durch Rivalität beider Nationen begleitet. Obwohl sich die Nationaleinheit für Nordböhmen (NJS – Národní jednota severoèeská) und die Grafen Harrach sehr bemüht haben, gehörte die deutsche Nationalität zur Mehrheit. Beide Nationalitäten haben sich zwar bei örtlichen Wettkämpfen getroffen, aber bei den Nationalwettkämpfen sind beide Gruppen gegeneinanter angetreten. Gerade beim Bau der Sprungschanzen mit künstlicher Anlauf-Konstruktion oder der Aufsprungbahn wurde die Differenz zwischen den Nationen am deutlichsten sichtbar. Denn auf dem Grunstück, das die Gräfin Karolina von Harrach verschenkt hatte, baute der deutsche Hotelbetreiber Erlebach die erste Sprungschanze, die im Jahre 1920 mit einem Wettkampf eröffnet wurde. Mit der Unterstützung des Staates reagierten daraufhin die tschechischen Sportler mit dem Bau einer Sprungschanze am Grundstück der Staatswälder, die mit dem Wettkampf zum Anlass des FIS-Kongresses im Februar 1923 in Prag eröffnet wurde.
Das tschechische Skilaufen und das tschechische Verbundsleben in den Sudetten könnten ohne Unterstützung aus dem Innland nicht existieren. In unserer Gemeide waren es die Nationaleinheit vom Nordböhmen, Skiklub Himalaja aus Mladá Boleslav und der schon erwähnte Jan Buchar, die sich an der Gründung des örtlichen Vereins beteiligt haben. Im Jahre 1905 organisierte die Gemeinde den ersten tschechischen Ball. Jan Buchar nahm an vielen Besprechungen teil und erwarb so nötige Finanzmittel für die Tätigkeit des Schlitten- und Touristikvereins. Und deshalb kann man sich nicht wundern, wenn der neu gegründete Skiklub seinen Namen in den Vereinsnamen aufgenommen hatte – Buchar´s Ski- und Touristikclub.
Aber jetzt wieder zurück zum Langlauf. Für lange Zeit gab es für die Sportler keine Möglichkeit stabile Skilanglaufloipen auszunutzen. Die ersten Wettrennen wurden oft so organisiert, dass vor dem Wettrennen ein Wendepunkt bestimmt wurde, z.B. die unweit gelegene Jizerka. Bei der Hinfahrt haben sich die Langläufer beim Spurendurchtreten abgewechselt und das Wettrennen began erst auf dem Rückweg. Und nach dem Wettrennen haben sich alle tschechischen und deutschen Teilnehmer bei der Familie Erlebach auf eine richtige Portion Suppe getroffen…

Erst die Idee ein Treffen der besten Skiläufer bei einer Weltmeisterschaft im Langlauf zu organisieren, die nach einer erfolgreichen Organisation der Weltmeisterschaft im Skifliegen anfangs der 80.-ger Jahre gekommen ist, gab ein grünes Licht zur Entstehung von 2 Runden der Langlaufloipen, die den strengen Kriterien entsprachen und wurden von der FIS-Skiföderation anerkannt. Die bisherigen Versuche die Weltmeisterschaft im Langlauf organisieren zu können haben sich im Jahre 1993 nur in einer Juniorvariante abgespielt. Trotzdem bleibt die Hoffnung weiter erhalten, dass wir in Harrachov wie im Jahre 1923 die Weltspitze des klassischen Langlaufs begrüßen können.

 

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