Harrachovka - Harrachov – großer Rundgang

Harrachovka - Harrachov – großer Rundgang

05.08.2015

  • Místo konání: Harrachov

Die Edelmannsfamilie Harrach stammte ursprünglich aus Südböhmen und der Name Harrach ist nicht nur mit unserer Stadt verbunden. Denn Spuren dieser bedeutenden Adelsfamilie sind an verschiedenen Orten von Böhmen, Mähren, Österreich und sogar Italien und Spanien sichtbar. Von vielen Familienzweigen kann man der österreichischen Abstammung der Familie die größte Bedeutung zuschreiben, denn der ursprünglichen südböhmischen Familie gelang es nicht solches Ansehen zu erreichten. Kurz nachdem die Familie durch Herrn Jan Jáchym die Grafschaft erwarb, stirbt dieser Familienzweig aus.
Die Nachkommen der Familie, die ihren Wohnsitz in Österreich hatten, werden durch Leonhard III. bekannt, der im Jahre 1524 die Oberherrschaft Rohrau unweit von Wien kaufte. Dieses Schloss gehört bis heute zum Eigentum der Familie.

Start: Supermarket Norma/Šindelka  
Ziel: Šindelka/ Supermarket Norma  
Länge: 6 km
Überhöhung: 124 m
Schwierigkeitsgrad: leicht
Kinderwagen: ja     
Nutzung Harrabus: nein                                                                                                   

Der künftige Nachfolger der Familie, Otto Friedrich, erwarb zuerst die Oberherrschaft Bruck an der Leitha und im Jahre 1632 auch die Oberherrschaft Horní Branná und Lomnice, die ihm sein Schwager Albrecht von Valdstein übergab. Im Jahre 1701 kaufte sein Sohn, Ferdinand Bonaventura die Stadt Jilemnice. Und seitdem für zweieinhalb Jahrhunderte beeinflußt diese Familie das Leben in unserer Region und auch in Harrachov selbst. Der Familienzweig aus Jilemnice übernimmt auch nach und nach die Mehrheit des Familienbesitzes in Österreich.
In der umfangreichen Galerie der wichtigen Persönlichkeiten des österreichischen Kaiserreichs, Diplomaten, Offiziere, Unternehmer, Novatoren und Antragsteller des gesellschaftlichen Lebens kann man auch den Namen von Jan Nepomuk finden. Dank seiner Ehefrau ist Jan Nepomuk mit der altböhmischen Adelsfamilie Lobkowitz verwandt und so bekam er eine konsequente tschechische Erziehung. Jan Nepomuk gehört zu den größten Mitgliedern der Erweckungszeit im 19. Jahrhundert und repräsentiert Tschechien im österreichischen Parlament und im Reichsrat. Für seine Aktivitäten wird er als der „tschechische Hans“ bezeichnet – Jan Nepomuk gründet in Wien den Verbund Komenský und eine tschechische Schule, engagiert sich in Aktivitäten des Wirtschaftsverbundes von Ostböhmen und kann sich auch als Vorstand des Verbundes, das den tschechischen internationalen Handel organisiert, vorstellen. Jan Nepomuk präsidiert sogar dem Imkerbund, unterstützt als Bewährungshelfer die Gesellschaft Matice èeská, speziell z.B. den Schriftsteller Karel Jaromír Erben und die Zeitschrift Živa, unterstützt weiter aktiv den Bau des Nationaltheaters, präsidiert der Gesellschaft für Museumsgründung (heute das Nationalmuseum) und seine Verdienste sind auch beim Aufschwung der Industrie in unserer Region zu sehen.
Die Familie blieb in Tschechien bis zum Beginn des II. Weltkrieges. Stephanie, die Witwe von einem anderen Jan Harrach, der im II. Weltkrieg als Fahrer seinen Verletzungen erlag, wurde mit ihren Kindern, dem minderjährigen Ferdinand und der Tochter Johanna, vom Familiensitz im Schloss Hrádek u Nechanic ohne jegliches Vermögen verbannt, obwohl es keine Informationen gab, dass sich die Familie aktiv zum Nazionalsozialismus meldete (im Gegenteil zu anderen Verwandten). Der Sohn Ferdinand kam im Jahre 1961 bei einem Autounfall ums Leben, die Tochter Johanna heiratete Eberhard von Waldburg zu Zeil und Trauchburg.
Anfang der neunziger Jahre besuchte Stephanie mit ihrer Tochter Johanna und den Enkelkindern die Stadt Harrachov. Mit Rücksicht auf das traurige Schicksal der Familie, (der Hauptzweig der Familie ist ausgestorben, ohne einen männlichen Nachfolger zu haben und mit anderen Verwandten hatte Stephanie keine guten Verhältnisse) bekam Harrachov ihre Zustimmung den gräflichen Wappen als Stadtzeichen benutzen zu dürfen.
Der Rundgang bietet einige empfohlene Stellen an, die Sie zum Wanderbeginn wählen können. Aber eine angenehme Kinderwagentour kann man eigentlich überall antreten. Die Strecke führt an der Berglehne der nördlichen Hügel von Bílý vrch und Jakšín und nutzt den Harrachweg aus, der Sie weiter entlang Mumlava Richtung Labská bouda bis nach Spindlermühle führen wird. Dieser Wanderweg gehörte zu der ersten touristischen Strecke im Riesengebirge und gehörte zu den vielen anderen Aktivitäten des österreichischen Touristikverbundes.
Unweit des Rathauses werden Sie eine Sehenswürdigkeit antreffen – einen Wegweiser, wobei es sich um eine Replik der Holzschnitzerei von Helmut Benny handelt. Dieser Künstler, der hier im unweit gelegenen Lesní zátiší, Nr. 144 geboren wurde, war nicht nur Author der originellen Wegweiser in der nah gelegenen Szklarská Poreba, sondern gehörte auch zu den bedeutenden Bildhauern der deutschen Zwischenkriegszeit. Helmut Benny widmete sich vor allem der Dekoration von Krematorien, sakralen Gestaltung und der Realisation von Grabsteinen.

 

zurück